Nahrungsmittelsicherheit

Experten und Regulierungsbehörden sorgen gemeinsam dafür, dass unsere Nahrungsmittel sicher sind. Pflanzenschutzmittel werden nur dann zugelassen, wenn die daraus resultierende Aufnahme von Rückständen durch den Verbraucher einen bestimmten toxikologischen Grenzwert, bei dem ein Sicherheitsfaktor von mindestens 100 eingerechnet wird, nicht überschreitet. Parallel dazu legen die Behörden einen Rückstandshöchstgehalt (Maximum Residue Level, MRL) als Handelsstandard fest, den die behandelten Anbaukulturen nicht überschreiten dürfen.

Offizielle Prüflabore kontrollieren regelmäßig, ob die Rückstandshöchstgehalte in den Agrarprodukten eingehalten werden. Bei Einhaltung der Gebrauchsanweisungen und Anwendung guter landwirtschaftlicher Praxis liegen die Spuren von Glufosinat-Ammonium in der Ernte deutlich unter den Grenzwerten.

Rückstandsgehalt auf dem Prüfstand

Einkaufen von Obst
Jeder hat ein Anrecht auf gesundheitlich unbedenkliche Nahrungsmittel.

Für die Zulassung eines Herbizids zum Markt muss der Hersteller Angaben zu der Produktmenge machen, die notwendig ist, um eine Anbaukultur zu schützen, und zu den Rückständen, die nach der Behandlung in der Ernte verbleiben. Experten prüfen die vorgelegten Daten und legen zwei akzeptable Mengen für die kurz- und die langfristige Aufnahme von Pestizidrückständen mit der Nahrung fest.

Die Erlaubte Tagesdosis (Acceptable Daily Intake, ADI) ist die geschätzte Menge, die lebenslang täglich mit der Nahrung ohne erkennbares Risiko für den Verbraucher aufgenommen werden kann. Die Akute Referenzdosis (Acute Reference Dose, ARfD) ist die geschätzte Menge, die über die Nahrung innerhalb eines Tages ohne erkennbares Risiko für den Verbraucher aufgenommen werden kann. ADI und ARfD werden berechnet, indem man die Substanzmenge, bei der keine erkennbare schädliche Wirkung beobachtet wird, durch einen Sicherheitsfaktor von mindestens 100 teilt. Aufgrund des hohen Sicherheitsfaktors, der bereits in diesen Bewertungsprozess eingerechnet ist, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die ADI- und ARfD-Werte erreicht werden.

Über 250 Äpfel
Die Rückstände von Glufosinat-Ammonium sind so niedrig, dass eine durchschnittliche Person mehr als 250 Äpfel an einem einzigen Tag essen müsste, um den toxikologischen Grenzwert zu überschreiten.

Hätten Sie's gewusst?

  • Ein Sicherheitsfaktor von 100 im Straßenverkehr käme einem Sicherheitsabstand von 6 km zum vorausfahrenden Fahrzeug bei einer Fahrgeschwindigkeit von 120 km/h gleich.
  • Rund 120 verschiedene Tests werden durchgeführt, bevor ein Produkt auf den Markt kommt, um die Sicherheit und die Wirksamkeit zu gewährleisten.1
  • Es braucht bis zu zehn Jahre Forschungsarbeit und Tests mit über 140.000 chemischen Substanzen, bis ein Pflanzenschutzmittel letzten Endes auf den Markt kommt.

Internationale Handelsstandards

Rückstandshöchstgehalte (MRLs) sind die höchsten Rückstandswerte eines Pflanzenschutzmittels, die gesetzlich in oder auf Nahrungs- und Futtermitteln zugelassen sind. Sie sind oft nur ein Bruchteil des Grenzwerts für die Aufnahme einer Substanz mit der Nahrung und berücksichtigen eine deutlich höhere Sicherheitsspanne als ADI und ARfD.

MRLs sind ein Handelsstandard und werden regelmäßig von den zuständigen Behörden für Lebensmittelsicherheit kontrolliert. Sie dienen dazu festzustellen, ob ein Pflanzenschutzmittel sachgemäß eingesetzt wurde.
Testen von MRLs
Prüfung auf Rückstandshöchstgehalte (MRLs)

MRLs können von Land zu Land unterschiedlich sein, je nachdem, welche Pflanzen angebaut werden, wie die klimatischen Bedingungen sind und welche landwirtschaftlichen Methoden vor Ort akzeptiert sind. Weil es keine weltweit einheitlichen MRLs gibt, wurden Einfuhrtoleranzen festgelegt, um den Handel mit behandelten Agrarprodukten zu ermöglichen. Bei einer Einfuhrtoleranz handelt es sich um eine MRL, die anhand der zugelassenen Anwendung in anderen Ländern festgelegt wird, um die Einfuhr behandelter Agrarprodukte aus dem Ausland zu ermöglichen und den internationalen Handel zu fördern.

Hätten Sie's gewusst?

  • Je nach Jahr weisen 50 bis 60 % der von der EU kontrollierten Anbaukulturen überhaupt keine Rückstände auf2, während bei rund 30 bis 40 % Rückstände unterhalb des MRL-Werts nachgewiesen werden.3
  • Laut Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums weisen in der Regel weniger als 1 % der untersuchten Nutzpflanzen in den USA Spuren von Pflanzenschutzmitteln über den zulässigen Toleranzwerten auf.4
  • Rund 120 verschiedene Tests werden durchgeführt, bevor ein Produkt auf den Markt kommt, um die Sicherheit und die Wirksamkeit zu gewährleisten.5
1 | CropLife, A Stocktaking Report: Crop Protection Stewardship Activities of the Plant Science Industry 2005-2011. http://d1jkwdgw723xjf.cloudfront.net/wp-content/uploads/2014/04/A-Stocktaking-Report-Crop-Protection-Stewardship-Activities-of-the-Plant-Science-Industry-2005-2011.pdf
2 | EC. European Union Report on Pesticide Residues in Food 2006 – 2009. http://ec.europa.eu/food/plant/protection/pesticides/pesticides_residues_index_en.print.htm
3 | EFSA. (2013) The 2010 European Union Report on Pesticide Residues in Food. http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3130.htm
4 | Pesticide Data Program. Annual Summary, Calendar Year 2010, 2011 & 2012. USDA.
5 | CropLife International. A Stocktaking Report: Crop Protection Stewardship Activities of the Plant Science Industry 2005-2011. http://d1jkwdgw723xjf.cloudfront.net/wp-content/uploads/2014/04/A-Stocktaking-Report-Crop-Protection-Stewardship-Activities-of-the-Plant-Science-Industry-2005-2011.pdf
Starke Sojabohnen dank Nachauflaufherbiziden

Zunehmende Glyphosatresistenzen erschweren die Nachauflaufbekämpfung im Sojaanbau. Der Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen im Wechsel mit Nachauflaufherbidiziden wie Glufosinat-Ammonium sorgt dafür, dass eine größere Bandbreite von Unkräutern wirksam bekämpft wird, und wahrt die Effektivität bestehender Herbizidtoleranzen in den Anbaukulturen.

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Geschlossenes Entnahmesystem easyFlow

Gilt Glufosinat-Ammonium als hormonell schädigend (endokriner Disruptor)?

Ausgehend von allen verfügbaren Daten und Studien gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Glufosinat-Ammonium ein endokriner Disruptor ist. Darüber hinaus ist GA nicht als krebserzeugend eingestuft. Das Herbizid ist bei sachgemäßer Anwendung gemäß den Gebrauchsanweisungen sicher für Verbraucher, Anwender und die Umwelt.

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